Gottfried Girsberger

„1991 zeichnete der damalige Bundesrat und Energieminister Adolf Ogi Gottfried Girsberger mit dem Schweizer Solarpreis aus. Im Jahr 1985 hatte dieser die erste Tour de Sol organisiert und mit dem Tour de Sol-Song für eine fröhliche Stimmung gesorgt. Bei der Energiebehörde in Girsbergers Wohngemeinde in Altikon/ZH sorgte er bereits früher für «Stimmung». Ohne Erlaubnis der Baubehörde installierte er eine PV-Anlage auf dem Dach seines Zweifamilienhauses. Sie umfasste 64 m2; seine Solarthermie-Anlage 30 m2. Zusätzlich isolierte er sein Haus mit 40 cm Mineralwolle und erreichte ein energieautarkes Haus. Mit insgesamt 94 m2 Solarfläche für zwei Personen war die Familie Girsberger damals die erste energieunabhängige Hauseigentümerin der Schweiz. Dies löste Probleme bei den Bau- und Energiebehörden aus, welche daraufhin die Stromzufuhr kappten. Sie konnten nicht glauben, dass sein Haus nur mit Solarenergie und ohne Anschluss an ein Stromnetz funktionieren könne. So wurde Herr Girsberger verdächtigt,  illegal eine Stromleitung angezapft zu haben. Aufgrund von Art. 146 StGB drohten die Behörden mit Busse und bis zu fünf Jahren Zuchthaus. Sein Haus wurde umstellt, er wurde verhaftet und abgeführt. Mit einem Bagger versuchten die Behörden, illegale Leitungen aufzuspüren, und gruben einen ca. acht Meter langen Graben um sein Haus. Allerdings fanden die Beamten keine Stromleitungen. Sie mussten den Erfinder der Energieautarkie wieder freilassen. Selbst aus heutiger Sicht installierte Gottfried Girsberger 1984/85 seine Solaranlagen recht sorgfältig und fast vollflächig.“ (Quelle: Publikation zum 25. Schweizer Solarpreis 2015)

NZZ Artikel 2003

Tagesanzeiger 2012

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